Ein spezielles ADHS-Elterntraining für Mütter und Väter, die einen neuen Ansatz suchen


Zu den Phänomenen ADS/ADHS und Hyperaktivität werden viele Seminare und Workshops angeboten – die meisten von ihnen beziehen sich auf ein Krankheitsbild. Hohe Aktivität wird von vielen Menschen als Störung definiert. Wer als zappelig gilt, wird heute allzu schnell in die Richtung einer Störung geschoben. In den meisten Fällen wird das den Diagnostizierten nicht gerecht. Das Thema Aufmerksamkeit und ihre vermeintliche Störung ist weit komplexer als vielfach angenommen. Diesem Umstand trägt die Veranstaltung „AD(H)S: „Wehe, du bist nicht so wie wir“ – wie aus einem Störungskonzept ein für alle nützlicher Ansatz werden kann“ in Heidelberg Rechnung.

Niemand kommt mit der Diagnose ADHS oder AD(H)S zur Welt – auch Eltern nicht. Deshalb gibt es das ADHS-Elterntraining

Für Eltern ist es meistens eine große Überraschung, wenn sie das erste Mal die Diagnose ADHS / AD(H)S sehen. Wie sollten ausgerechnet Eltern von sich aus Spezialisten für ADHS sein? Meistens macht sich Ratlosigkeit breit. Behandlungen werden begonnen, ohne eine zweite oder dritte Meinung einzuholen.

Wer stört, „hat“ nicht automatisch eine Störung

Speziell bei Kindern und Jugendlichen mit der Diagnose „Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Störung“ wird ein Verhalten beschrieben, das als oppositionell und auch aggressiv gelten kann. Doch es lohnt sich, ja es ist unverzichtbar, sich das Umfeld der jungen Menschen genau anzusehen. Verhaltensmuster, die isoliert betrachtet wie eine Störung wirken mögen, sind als interaktionelle Muster zu sehen: also im Kontext von Beziehungen (Mitschüler, Eltern, Geschwister, andere Verbindungen; es gibt auch Beziehungen bzw. einen Bezug zu Idealvorstellungen). Sobald die ersten Zusammenhänge sichtbar geworden sind, in denen vermeintliche Störungssymptome häufiger bzw. weniger auftreten oder sogar ganz ausbleiben, kann die systemische Arbeit beginnen: Musterunterbrechungen, Musterveränderungen werden möglich, und das durchaus auch ohne den Einsatz von Medikamenten. Das von der IGST veranstaltete ADHS-Elterntraining will hier neue Wege aufzeigen.

AD(H)S – das ist vor allem ein Geduldsdefizit: bei allen Beteiligten und Betroffenen

Wer im Zusammenhang mit der Diagnose ADHS oder AD(H)S das Wort „Geduld“ liest oder hört, kann verständlicherweise schnell an die Grenzen der Geduld kommen. Und doch: Geduld ist alles, und zwar beginnend mit der Art der Beschreibung von Besonderheiten. Es ist zu kurz gegriffen, Auffälligkeiten im Verhalten immer gleich als Verhaltensauffälligkeiten zu beschreiben.

ADHS bzw. AD(H)S anders betrachtet: so wird aus einem Krankheitskonzept ein Chancenkonzept

Unabhängig von allen Diagnosen, Beratungs- und Therapieformen kann folgendes festgestellt werden:

  • Jeder Mensch benötigt Beachtung
  • Jeder Mensch benötigt Sicherheit und Stabilität
  • Alle Menschen leben in Beziehungen zu anderen Menschen
  • Junge Menschen sind noch nicht „fertig“ in ihrer Entwicklung
  • Aktion kann nicht von Interaktion getrennt werden
  • Durch kleine Veränderungen am Umfeld kann sich das Verhalten verändern
  • Schon durch kleine Veränderungen am Verhalten kann sich das Umfeld verändern

Wir arbeiten in der Beratung im Hinblick auf diese und weitere Tatsachen unter Einbeziehung auch vermeintlicher Nebensachen. In vielen Fällen liegt der Schlüssel zu erwünschten Veränderungen in Details, die große Wirkung entfalten.

Systemische Therapie, Beratung und Coaching sowie Angehörigenberatung

In der systemischen Familientherapie arbeitet man mit der Annahme, dass sich das Verhalten eines Familienmitglieds aus den Einflüssen und Wechselwirkungen seines Umfelds ergibt. Jeder beeinflusst durch sein Verhalten wiederum seine Umwelt, steht also in Wechselwirkung mit seinen Bezugspersonen, aber auch Aufgaben und Anliegen. Das systemische Arbeiten mit mehreren Familienmitgliedern hat also zum Ziel, die Veränderung eines einzelnen Beteiligten bei allen anderen Mitglieder einer Familie „ankommen“ zu lassen. In der Therapie können sich Verstrickungen lösen, Beziehungsmuster deutlich werden. Es kann gegenseitiges Verständnis wachsen, und dies wiederum soll dazu führen, dass sich die familiäre Situation entspannt.

Schwerpunkte meiner Praxisarbeit sind AD(H)S im Kindes- und Erwachsenenalter sowie die Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS).


Einleitung
Lange Zeit galt AD(H)S, Aufmerksamkeitsstörung mit/ohne Hyperaktivität, als eine psychische Beeinträchtigung, die nur bei Kindern und Jugendlichen vorkommt. Der Begriff AD(H)S wird heute von vielen regelrecht inflationär benutzt und ist damit in Teilen auch zu einer Modediagnose geworden.
Ursache für diese Entwicklung ist die seit den 1990er Jahren stetige Verbesserung der diagnostischen Kriterien. Sie vereinfachen es behandelnden Ärzten und Psychologen, ein detailliertes Symptombild zu erkennen. Somit wurde AD(H)S bei Betroffenen häufiger erkannt und blieb nicht mehr unbehandelt. Es ist daher nicht gesagt, dass es in der Vergangenheit weniger Betroffene gab; AD(H)S wurde nur seltener bzw. gar nicht diagnostiziert.

Inzwischen weiß man, dass sich die AD(H)S in der Kindheit herausbildet und etwa bei 50 % der Betroffenen bis ins Erwachsenenalter fortbesteht. Erwachsene mit AD(H)S wissen häufig gar nicht, dass sie diese Besonderheit haben. Das liegt daran, dass die Symptome im Erwachsenenalter anders ausssehen können als jene im Kindesalter. Hinzu kommt die gestiefene öffentliche Aufmerksamkeit, die sich besonders mehr auf kindliche AD(H)S konzentriert. Es wird vermutet, dass allein in Deutschland etwa zwei Mio. nicht diagnostizierte erwachsene Betroffene leben.

Häufigkeit von AD(H)S

Fünf bis sechs Prozent der Kinder in Deutschland sollen nach Einschätzungen aus Fachkreisen unter AD(H)S leiden. Laut Bundesärztekammer sind etwa 2-3 Prozent der Erwachsenen von AD(H)S betroffen. Anhand der Symptome unterscheidet man die AD(H)S in drei diagnostische Typen: den Unaufmerksamkeitstyp, den Impulsivitäts- und Hyperaktivitätstyp sowie den Kombinierten Typ, der Symptome aus beiden Problembereichen vereint. Um die Kriterien einer AD(H)S zu erfüllen, müssen erste Symptome bereits vor dem 7. Lebensjahr aufgetreten sein. Bei etwa der Hälfte der betroffenen Kinder bleiben die Symptome auch im Erwachsenenalter bestehen und können zu Beeinträchtigungen z.B. der Arbeitsleistung und des Privatlebens sowie zu emotionalen und sozialen Auffälligkeiten führen.

Eltern-Coaching und Hilfe für Angehörige

Begleitend zur Therapie der Betroffenen steht die Hilfe für Eltern und Angehörige. Hierbei liegt der Fokus darauf, Hintergründe zu erläutern, die es im Zusammenhang mit den Diagnosen AD(H)S zu erkennen und zu beachten gilt.
Wer das Innenleben von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit dieser Diagnose verstehen lernt, wird deren Verhalten nicht mehr als Sammlung von Defiziten begreifen, sondern als Ausdrucksform einer inneren Welt, in der die inneren Zufahrtswege zu den Schätzen und Rohstoffen etwas verschlungen sein können.
 Vom Innenleben zum Außenleben – auch hier erlebe ich wieder das Prinzip des Bergbaus. Zu Tage fördern, was vorhanden ist und/oder nur verschüttet liegt.
In meiner Arbeitsweise – und dies zeigt meine langjährige Erfahrung im Umgang mit diesem Thema – ist das Coaching von Eltern und Angehörigen gleichzustellen mit der Behandlung von Betroffenen.

Ziel ist es, Sie als Eltern und Angehörige von AD(H)S-Betroffenen wieder mehr zu befähigen:

      • … die Qualität des Zusammenspiels zu verbessern
      • 
… die notwendige Liebe und Bereitschaft wieder zu erlangen
      • 
… die eigentlichen Bedürfnisse zu erkennen
      • 
… das Verhalten nicht als Problem, sondern als Lösungsversuch wahrzunehmen
      • 
… andere Grenzen zu setzen
      • … wieder gegenseitigen Respekt zu entwickeln
      • … in Ihren Gefühlen ernst genommen zu werden
      • 
… das Interesse an den Gesichtspunkten des Anderen zu finden
    • 
… Erwartungen in Wünsche umzuformulieren und zu lernen, „DU-Botschaften“ in „ICH-Botschaften auszudrücken!

Das ADHS-Elterntraining soll Müttern und Vätern (neuen) Mut machen und einfache Schritte näherbringen, wie sie sich und ihrer Familie in schwierigen Situationen helfen können. Hier erfahren Sie mehr über das Elterntraining.